top of page
  • Christian Schorpp

WAS TUN BEI ARTHROSE?

Arthrose ist eine so genannte degenerative Gelenkerkrankung, die im Gegensatz zur Arthritis für gewöhnlich nicht entzündlich ist. Klassisch wird sie als Ergebnis von langjähriger Überbelastung beschrieben, die durch fortschreitende Veränderungen des Gelenkknorpels und den Verlust an Knorpeldicke gekennzeichnet ist.

Arthrose im Knie

Statistisch sind Menschen weiblichen Geschlechts und Menschen mit Übergewicht häufiger betroffen. Auch steigt die Wahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter.

Hauptsymptom der klassischen Diagnose „Arthrose“ ist Schmerz, der häufig von Schwellung und Steifigkeit begleitet wird. Schlafstörungen und allgemein eine reduzierte Lebensqualität können auftreten, die Teilnahme an Freizeitaktivitäten kann eingeschränkt sein.

Doch nicht jede Arthrose ist schmerzhaft. So wurde beispielsweise bei einer Gruppe von 230 symptomlosen Menschen festgestellt, dass rund die Hälfte einen Knorpelschaden aufweisen. Das hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Arthrosen mehr als "die Falten des Gelenks" verstanden werden - eine normale Alterserscheinung. Ein Gelenk, das keine Schmerzen verursacht, muss man nicht als „krank“ bezeichnen.

In manchen Fällen kann es dazu kommen, dass durch bestimmte Prozesse im Gelenk vermehrt Stoffe ausgeschüttet werden, die zu einer erhöhten Sensibilität und Neubildung von Nerven in Knorpelanteilen und der Gelenkkapsel führen. Diese erhöhte Sensibilität sorgt dann zu einem erhöhten Schmerzempfinden - ohne, dass die Prozesse im Gelenk tatsächlich proportional zum "Gelenkschaden" zunehmen müssen.

Auch Gelenkgeräusche wie Knirschen sind kein Zeichen für einen "Problem-Gelenk" und treten ebenfalls bei Menschen ohne spezifischem Schmerzerleben auf.

WAS ALSO TUN? Grundsätzlich muss gesagt sein, dass Schätzungen zufolge 50-80% der Patienten mit symptomatischer Arthrose das empfohlene Ausmaß an körperlicher Aktivität von >7000 Schritten am Tag und 150 Min/Woche moderates Training nicht erreichen.

Dabei ist gerade in diesem Fall die systematische Desensibilisierung des Gewebes ein wichtiger Punkt. So konnte gezeigt werden, dass spezielle Trainingsprogramme eine Reduktion der Symptomatik zur Folge haben und dass die Notwendigkeit eines Gelenkersatzes nach 2 Jahren Training um 68% gesenkt werden kann. Das würde einige Gelenk-OPs obsolet machen.

Oft haben Betroffene zunächst Angst, das entsprechende Gelenk zu belasten. Daher hat das Training einen wichtigen zusätzlichen Effekt: Es kann die Angst vor der Belastung reduzieren und durch diese psychologische Wirkung ein deutliches Mehr an Lebensqualität schenken.

Die Erhöhung des Aktivitätsniveaus zusammen mit einem langfristig angelegten Krafttraining entspricht dem aktuellen Stand der Evidenz-orientierten Physiotherapie.


(Marius Locher, Physiotherapeut bei Fitness Private Markdorf)

6 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page